Meine Meinung zum WM aus -.-
Es tut weh, aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin: Überrascht hat mich dieses frühe WM-Aus nicht wirklich...
Ganzen Artikel lesenEs tut weh, aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin: Überrascht hat mich dieses frühe WM-Aus nicht wirklich. Schon Wochen vor dem Turnier hatte ich die dunkle Befürchtung, dass das eine ziemlich eklige Angelegenheit für uns werden könnte. Die Anzeichen dafür waren einfach nicht zu übersehen.
Kader-Fehler mit Ansage
Das fing für mich schon bei der Nominierung an. Ich verstehe bis heute nicht, wie man einen Leroy Sané mitnehmen kann, der seiner Form komplett hinterherläuft und auf dem Platz regelrecht abtaucht. Dass dafür jemand wie El Mala zu Hause bleiben musste, ist mir ein absolutes Rätsel. Und auch die Linksverteidiger-Rolle empfand ich von Anfang an als alles andere als optimal besetzt. Da wurden Baustellen aufgemacht, die uns jetzt auf die Füße gefallen sind.
Das Nagelsmann-Dilemma: Zu viel Taktik, zu wenig Emotion
Wenn ich mir unsere Auftritte bei dieser WM anschaue, drängt sich mir ein Gedanke auf: Der Fußball unter Julian Nagelsmann ist schlichtweg zu verkopft und viel zu verkrampft. Nagelsmann ist ohne Frage ein wirklich guter Vereinstrainer – das hat er bewiesen. Aber auf mich macht er einfach nicht den Eindruck eines „Menschenfängers", der eine Mannschaft auf emotionaler Ebene packt und mitreißt. Er kommt komplett über die Taktik.
Das Problem dabei? Im Vereinsfußball funktioniert das wunderbar, weil man jeden Tag auf dem Trainingsplatz steht. Bei einer Nationalmannschaft verbringen die Spieler aber nur sehr wenig Zeit miteinander. Da kann man keine hochkomplexen taktischen Konstrukte einstudieren, da braucht es klare Abläufe und jemanden, der das Feuer entfacht. Deshalb sollte Nagelsmann jetzt den Schlussstrich ziehen, sich wieder einen Verein suchen und genau das tun, was er am besten kann. Aber bitte nicht mehr die Nationalmannschaft.
Zeit für den radikalen Umbruch
Was wir jetzt brauchen, ist kein kosmetisches Ausbessern, sondern einen echten, großen Umbruch. Es wird Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden und Platz für eine neue Generation zu machen. Wenn wir ehrlich sind, haben Spieler wie Manuel Neuer, Antonio Rüdiger, Leon Goretzka, Leroy Sané, Nick Woltemade und Pascal Groß in diesem Kader nichts mehr verloren. Deren Zeit ist abgelaufen oder sie bringen schlichtweg nicht (mehr) den Mehrwert, den wir auf diesem Niveau zwingend brauchen.
Ein Hoffnungsstreif am Horizont?
Wie geht es jetzt weiter? Meine Vermutung – und ehrlich gesagt auch meine Hoffnung – ist, dass Jürgen Klopp den Posten bald übernehmen wird. Er ist genau dieser Menschenfänger, den diese Truppe jetzt dringend braucht, um aus der Lethargie zu erwachen. Das wäre zumindest mal ein echter Anfang...

